Wolle – Feinstes vom Schaf

HERKUNFT
Wolle ist eigentlich ein Überbegriff für Naturfasern aus Tierhaaren. An dieser Stelle geht es ausschließlich um Schurwolle. Die stammt vom gesunden, lebenden Schaf und wird durch die jährliche Schur gewonnen. Haupterzeugergebiete sind heute Australien, die Volksrepublik China und Neuseeland. Die Wollfaser besteht aus Eiweißmoleküleketten und ähnelt im Aufbau dem Menschenhaar. Die Faser hat einen runden Querschnitt und an der Oberfläche dachziegelartig angeordnete Schuppen.

HISTORIE
Wollfilze waren schon vor 7000 Jahren in China, bei den Babyloniern und in Ägypten beliebt. Zunächst rupfte man den Schafen die Haare aus, denn erst in der Eisenzeit und mit Erfindung von Schneidwerkzeugen konnten die Schafe geschoren werden. Die Spanier züchteten im 14. Jahrhundert das Merinoschaf und damit die feinste Wolle vom Schaf. Erst im 18. Jahrhundert kamen die ersten Schafe für die Zucht nach Australien, dem heute weltweit größten Produzenten von Schafwolle.

Wolle - Wollfasern

EIGENSCHAFTEN
Je nach Sorte sind Wollfasern fein bis grob und weich bis rau im Griff und dem entsprechend hautverträglich. Sprungkraft und Elastizität sind hervorragend, weshalb Knitter sehr schnell wieder verschwinden. Durch die gekräuselte Struktur der Wollfasern können Garne sehr viel Luft einschließen und weisen dadurch ein ausgezeichnetes Warmhaltevermögen auf. Zudem ist Wolle kann bis zu einem Drittel seines Gewichts an Flüssigkeit aufnehmen, ohne sich wirklich feucht anzufühlen. Gleichzeitig schützt die Faser dank ihres Lanolingehalts vor äußerer Nässe und lässt Wassertropfen an ihrer Oberfläche abperlen. Unangenehme Schweißgerüche werden neutralisiert. Wasser in Tropfenform, beispielsweise Regen, kann Wolle nur sehr langsam aufnehmen. Dafür sorgt der natürliche Lanolingehalt. Der macht die Wolle auch bis zu einem gewissen Grad schmutzabweisend.

PFLEGE
Pflegen Sie ihre Produkte aus Wolle am besten mit einer schonenden Handwäsche. Stellen sie dafür in einem ausreichend großen Gefäß eine Waschlauge her. Ideal ist handwarme Temperatur und ein Spritzer rückfettendes Wollwaschmittel. Nun können Sie das Waschgut hineingeben und vorsichtig hin und her bewegen. Keinesfalls sollten sie wringen oder schrubben. In der Regel lässt sich Wolle sehr gut reinigen. Da die Faser sehr viel Wasser aufnehmen kann, drücken sie im Anschluss vorsichtig überschüssiges Wasser aus. Spülen sie ihr Waschgut mit ebenso handwarmen Wasser nochmals aus und drücken nochmals mit Bedacht. Nehmen Sie ein ausreichend großes Handtuch und legen ihr feuchtes Stück darauf. Anschließend rollen Sie das Handtuch und drücken dabei das überschüssige Wasser aus der Wolle. Jetzt sollte ihr Waschgut nicht mehr tropfnass sein. Breiten Sie ein weiteres Handtuch aus und legen Sie ihr Waschgut zum Trocknen darauf. Jetzt ist auch der Moment, um es ein wenig in Form zu bringen. Bis es wirklich ganz trocken ist, vergeht eine Weile – haben Sie Geduld! Wolle muss auch nicht immer gleich gewaschen werden: manchmal reicht gründliches Lüften und die Kleidungsstücke sind wie neu. Schonende Maschinenwäsche empfiehlt sich nur bei filzfrei veredelten Wollfasern.

ÖKOLOGIE
Wolle bietet allein durch tolle Eigenschaften ökologische Vorteile. Zudem ist sie ein nachwachsender Rohstoff und steht für langlebige Qualität. Probleme sind mögliche Pestizideinsätze zum Schutz der Schafe vor Parasiten und nicht artgerechte Tierhaltung. Bevorzugen sie daher ökologische Wolle in guter Qualität und aus kontrolliert biologische Tierhaltung(kbT).

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