Ramie – Leinen des fernen Ostens

HERKUNFT
Ramie ist eine Bastfaser aus den Stängeln der Ramie-Pflanze, die zur Gattung der Brennnessel gehört. Die Ramie-Pflanze bevorzugt tropisches Klima und wird überwiegend in Ostasien, heute China und Norindien angebaut. Ramiefasern können Stapellängen von bis zu 600 mm erreichen und gehören damit zu den längsten Pflanzenfasern überhaupt. Haupteinsatzgebiet ist die Nutzung als Textilfaser. Sehr kurze Fasern werden auch für die Produktion von Geldscheinen verwendet.

HISTORIE
In China kultiviert man Ramie seit etwa 3000 Jahren zur Fasergewinnung. Bereits im alten Ägypten kannte man schon Ramiefasern: man fand sie zusammen mit solchen aus Leinen bei Untersuchungen von Mumienbinden. In Westeuropa kennt man die Faser und Gewebe aus Ramie erst seit dem frühen 19. Jahrhundert und hat sogar mit mäßigem Erfolg versucht, sie in Deutschland anzubauen.

EIGENSCHAFTEN
Ramiefasern sind hochwertige und sehr feste Fasern, die in ihren Eigenschaften dem Leinen ähneln. Man nennt Ramie daher auch das „Leinen des Fernen Ostens“. Die Fasern zeichnen sich durch eine glatte und sehr gleichmäßige Oberfläche aus und haben einen dauerhaften, seidigen Glanz. Die Färbbarkeit und Lichtbeständigkeit der weißen Fasern ist hervorragend. Darüber hinaus weisen Ramiefasern eine sehr gute Fähigkeit zur Absorption von Feuchtigkeit auf. Als reine Faser verarbeitet ergibt Ramie leichte, seidige Gewebe von großer Weichheit. Aufgrund einer eher geringen Elastizität und hohen Festigkeit und der daraus resultierenden Knitter-Anfälligkeit werden Ramiefasern meistens als Beimischung zu anderen Textilfasern verwendet. Dadurch kombiniert man deren positive Eigenschaften mit anderer Fasern und kann so beispielsweise Baumwolle edlen Glanz und eine verbesserte Stabilität verleihen.

PFLEGE
Sie sollten Gewebe, Mischungen oder Garne aus Ramiefasern vor der ersten Wäsche einweichen, damit sie nicht einlaufen. Ansonsten können Sie Ramie ganz normal in der Waschmaschine waschen. Richten Sie sich dabei nach den Pflegehinweisen auf dem Etikett.

ÖKOLOGIE
Trotzdem die Ramiefaser als äußerst hochwertig gilt, kann sie auf dem weltweiten Textilmarkt bisher nicht preislich mit anderen Naturfasern wie Baumwolle, Wolle oder Leinen konkurrieren. Das ist durch den relativ aufwändigen Aufschluss der Fasern, der nach wie vor nicht vollständig automatisierbar ist, begründet.

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